Das Ausmaß von Armut
Der Bundesverband Deutsche Tafel e.V. fordert angesichts der aktuellen Armutszahlen wirksame Sozialpolitik:
Nach den vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zur Armutsquote in Deutschland lebt jeder sechste Bürger hierzulande in Armut. (...)
Die sinkenden Arbeitslosenzahlen täuschen nach Ansicht des Bundesverbandes über das reale Ausmaß der Armut hinweg. (...) Immer mehr Menschen arbeiten nur in Teilzeit oder können in
Niedriglohnberufen ihr Einkommen trotz Vollzeittätigkeit nicht sichern. Ebenso sei eine steigende Zahl von Rentnern auf staatliche Grundsicherung angewiesen. (…)
Es sei unübersehbar, daß sich durch die Politik der schwarz-gelben Koalition die Kluft zwischen Arm und Reich in den vergangenen zwei Jahren noch verschärft hat. »Wir fordern von der
Bundesregierung endlich eine wirksame Strategie zur Armutsbekämpfung«, wiederholt der Vorsitzende Gerd Häuser eine der zentralen Forderungen des Bundesverbandes. »Es kann nicht sein, daß die
Reichen immer reicher werden und die Armen sich trotz aller Anstrengungen nicht aus ihrer prekären Lage befreien können. Diese Ungleichheit ist eine ernst zu nehmende Gefahr für unsere
Gesellschaft. Armut führt zu Ausgrenzung und wer ausgegrenzt wird, verliert den Glauben als den Sozialstaat und wohlmöglich irgendwann an die Demokratie«, warnt Gerd Häuser. Er forderte die
Politik auf, bei ihrer Sozialpolitik schnellstmöglich die zwölf Millionen von Armut betroffenen Menschen in den Blick zu nehmen. Bisher hätten die sozialpolitischen Maßnahmen ihnen nicht die
notwendige Unterstützung gebracht. »Die Tafeln wollen nicht die Lückenbüßer einer verfehlten Sozialpolitik sein. Mit Lebensmittelspenden erleichtern wir rund 1,3 Millionen bedürftigen Menschen
zwar den Alltag. Wichtiger wäre es aber, daß sie erst gar nicht in diese Lage kommen«, macht Gerd Häuser klar.
Verantwortlich für diese Abschreiberei ist Hans-Guenter Cronauer