„Die Rheinpfalz“ schreibt am 29.3.2011
„Montage-Engel” fliegen zu Bedürftigen
Unter dem Namen „Montage-Engel' firmiert nun der von der Tagesbegegnungsstätte Lichtblick und dem Seniorenbeirat initiierte Handwerker-Pool, wie Hans Eber-Huber, Leiter der Tagesbegegnungsstätte, mitteilt. Die Montage-Engel werden in Wohnungen von Menschen, die von Hartz IV oder anderen sozialen Leistungen leben, kleine Handwerksarbeiten zum Selbstkostenpreis ausführen. Wer Bedarf an Unterstützung hat, muss dazu ein Antragsformular ausfüllen. Die Formulare sind erhältlich beim Lichtblick, bei der Sozialberatung im Haus der Diakonie, im Caritas-Zentrum, im Frauenhaus, beim Seniorenbeirat und beim sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamts. Nach Angaben von Eber-Huber werden dringend weitere Handwerker gesucht. Bisher beteiligen sich der Malerbetrieb Annweiler-Liedy, die Firma Elektro-Polster und die Schreinerei Grund, außerdem einige ehemalige Handwerker. Weitere Informationen bei der Tagesbegegnungsstätte in der Amalienstraße unter der Telefonnummer 06321/355340. (ann)
Mit frdl. Genehmigung von Annegret Ries
Die „Rheinpfalz“ vom 21.3.2011 schreibt
„Ich werde nicht arbeitslos werden”
Meinung am Montag: Hans Eber-Huber, Leiter des „Lichtblicks”, über das Jubiläum und die Finanzprobleme der Begegnungsstätte.
Die Tagesbegegnungsstätte „Lichtblick” in der Amalienstraße 3 verzeichnet momentan einen Zulauf von Hilfesuchenden wie nie zuvor seit ihrer Gründung im Jahr 1996. RHEINPFALZ-Redakteur Patrick Seiler befragte ihren Leiter Hans Eber-Huber (53) zu den Ursachen und Konsequenzen. Herr Eber-Huber, muss der „Lichtblick” vielleicht bald seine Arbeit für Bedürftige einstellen, weil er selbst kein Geld mehr hat? Ich hoffe nicht. Bisher hat es jedes Jahr finanziell geklappt, nur 2010 hatten wir ein relativ hohes Defizit von 10.000 Euro. Diesmal konnten wir das noch mit Rücklagen auffangen, jetzt hoffen wir, dass es nicht mehr so eng wird. Aber unsere Finanzen sind seit 15 Jahren immer eine relativ spannende Sache.
Was war Ursache der Probleme im vergangenen Jahr?
Wir haben jährliche Kosten von rund 160.000 Euro und brauchen, um diese zu decken, über die festen Zuschüsse hinaus 60.000 bis 70.000 Euro an Spenden pro Jahr. Dabei hat es 2010 etwas geklemmt.
Wie ist Abhilfe möglich?
Ich wünsche mir mehr Patenschaften und feste Spender. Es ist toll, dass zum Beispiel Kirchengemeinden als Paten tätig sind und dass über feste Spender jährlich 14.000 Euro zusammenkommen. Der Rest ist aber eben ungewiss. Ich muss einen Haushaltsplan erstellen, ohne genau zu wissen, wo das Geld herkommt. Da würde ich mir mehr Sicherheit wünschen. Unabhängig davon tun wir unser Mögliches, veranstalten Benefiz-Galas, Flohmärkte und sind bei anderen Aktionen wie „Sozial bewegt” vertreten.
Die Finanzen werden immer knapper, der Zulauf wird gleichzeitig immer größer. Über 12.000 Besucher im Lauf des Vorjahres waren ein Rekordwert.
Womit hat das zu tun?
Das hängt natürlich mit den steigenden Zahlen von Arbeitslosengeld-II- und Grundsicherungsempfängern zusammen. Das Phänomen Armut geht allerdings auch in Neustadt und Umgebung weit darüber hinaus, denn die Arbeitslosenzahlen zeigen nicht die Realität. Viele, die sich schämen, Leistungen zu beantragen, kommen zuerst zu uns - und dann ist es meist schon kurz vor zwölf. Immer mehr Leute aus der sogenannten Mittelschicht haben Beratungsbedarf. Das sind Zeitarbeiter, Minijobber, Aufstocker, aber auch Selbstständige, die nur von ihren Reserven gelebt haben.
Ist das soziale Netz für diese Leute in Neustadt eng genug geknüpft?
Wir versuchen, die Löcher, die es gibt, zu stopfen, können dabei aber fast nur reagieren, nicht agieren. Gerade aktuell gibt es in Neustadt das Problem, dass die für Hartz-IV-Empfänger finanzierbaren Wohnungen mal wieder nicht ausreichen. Draußen am Briefkasten hängt eine Liste mit 36 Leuten ohne Wohnung, die mal hier, mal da übernachten. Die können den Lichtblick als Postadresse angeben, können hier duschen, essen, telefonieren sowie Kontakte knüpfen. Ich merke immer wieder: Für sie ist das Glück im Unglück.
Über die klassische Anlaufstelle für Obdachlose ist Ihre Einrichtung also schon lange hinaus?
Die beschriebenen Leute, das sind im Prinzip Obdachlose. Die Zahl derer, die im Freien übernachten, ist radikal zurückgegangen. Bei unserer Gründung waren wir die erste derartige Einrichtung in der Region, heute gibt es viele ergänzende Angebote. Wir haben unsere Leistungen immer dem Bedarf angepasst.
15 Jahre Lichtblick - wie sehen Sie die Perspektiven?
Ich werde nicht arbeitslos werden. Es gibt immer wieder Änderungen im Sozialbereich. Bei Hartz IV wird der monatliche Regelsatz alibimäßig um fünf Euro erhöht, gleichzeitig werden Milliarden-Einsparungen unter anderem in der Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen beschlossen - immer auf dem Rücken der sozial Schwachen. Wir können die Folgen davon in Neustadt abfedern, wenn die unglaublich positive Vernetzung und der Bürgersinn erhalten bleiben, auf die der Lichtblick dringend angewiesen ist.
(mit freundlicher Genehmigung von Patrick Seiler)
"Die Rheinpfalz" vom 10.3.2011 schreibt
Lichtblick feiert gleich zweimal
Benefizgalas zum 15-jährigen Bestehen geplant
Seit 15 Jahren gibt es die Tagesbegegnungsstätte Lichtblick. Zu zwei Jubiläums-Benefizgalas im Mußbacher Herrenhof laden daher das protestantische Dekanat und der Förderbeirat des Lichtblicks ein. Die erste Veranstaltung ist am Mittwoch, 13. April, 20 Uhr, die zweite am Mittwoch, 2. November, geplant.
An beiden Terminen werden alle Künstler ohne Gage auftreten, auch alle anderen Mitwirkenden arbeiten ehrenamtlich, wie die Veranstalter mitteilen. Der Herrenhof stellt seine Räume kostenlos zur Verfügung, so dass der gesamte Erlös den von der Tagesbegegnungsstätte in der Neustadter Amalienstraße betreuten Bedürftigen zugute kommt.
Bei der Veranstaltung im April werden Kabarettist Hans-Peter Schwöbel, das Musikkabarett-Duo „Die Twotones” sowie Hans-Dieter Willisch und Ann-Catrin Uhl vom Boulevard-Theater Deidesheim auf der Bühne stehen. Schwöbel beschreibt sich als „Kabarettist, Schriftsteller, Sozialwissenschaftler und Prediger aus Mannheim und der Kurpfalz”. Zu seinem Programm, das sich an „gescheite Leute” richte, gehören Kabarett, Satire, Poesie und Lyrik - dargeboten in Dialekt und in Hochdeutsch.
Bekannt und in der Region häufig zu hören und zu sehen sind „Die Twotones”. Sängerin Anna Krämer und Pianist Rainer Klundt bieten im aktuellen Programm eine Mischung aus Pop, Chanson und Kabarett.
Ann-Catrin Uhl und Hans-Dieter Willisch vom Boulevard-Theater Deidesheim werden bei der Benefizgala Ausschnitte aus dem Stück „Szenen einer Ehe” zeigen. Die Produktion basiert auf einem Sketch von Loriot, doch wird dessen feiner und eleganter Humor derb interpretiert, was auch daran liegt, dass das Stück in Kurpfälzer Dialekt gespielt wird.
Karten gibt es beim RTS-Ticket-Service in den Rheinpfalz-Geschäftsstellen und bei der Buchhandlung Quodlibet (Kellereistraße 10). Telefonisch können Karten auch im Lichtblick unter Telefon 06321/355340 bestellt werden. Unter dieser Nummer und unter www.lichtblick-nw.de nähere Infos. (ann)
Mit frdl. Genehmigung von Annegret Ries
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„Die Rheinpfalz“ vom 19.2.2011 schreibt
Andrang im Lichtblick steigt
Tagestreff: 1200 Besuche mehr - Geld wird knapp - Hilfe im Gespräch
Die Tagesbegegnungsstätte „Lichtblick" wird 15 Jahre alt und plant eine Benefiz-Gala am 13. April im Herrenhof. Derzeit ist der Lichtblick" auf der Suche nach weiteren Spendern und Paten sowie
einem Lagerraum für Möbelund Geräte.
Die Besucherzahl im Lichtblick ist 2010 mit 273 etwa so hoch wie im Vorjahr gewesen, doch die Zahl der Besuche ist um mehr als 1200 gestiegen, wie aus dem Jahresbericht hervorgeht. Einige der
Besucher aus Neustadt und Umgebung haben keine Wohnung, berichtet Hans Eber-Huber, Leiter des Lichtblick. Fünf waren durchgängig ohne Wohnung, 80 nur vorübergehend. Die Betroffenen hätten meist
zuerst im Bodelschwingh-Haus übernachten können. Aufgrund langjähriger Kontakte zu Wohnungsbau-Gesellschaften und privaten Vermietern sei es immer wieder gelungen, Wohnungen zu vermitteln, so
Eber-Huber. Es gebe aber in Neustadt zu wenig preiswerte Wohnungen für einzelne Menschen.
Weil inzwischen 44 Besucher aus dem Landkreis Bad Dürkheim kämen, sei beim Landkreis eine Erhöhung des Zuschusses beantragt worden, so Eber-Huber. 181 der 233 Besucher aus Neustadt und Umgebung
sind Arbeitslosengeld-II-Empfänger.
106 Männer und Frauen kamen 2010 erstmals in den Lichtblick. Wie schon seit einigen Jahren hat die Zahl der aus der Mittelschicht abgerutschten Besucher zugenommen.
Auffälligkeiten wie starke psychische Probleme oder Suchtmittelmissbrauch wurden bei 141 Besuchern festgestellt. Mit Gesprächsangeboten und Einzelfallhilfe versuche man, allen Besuchern helfen.
Neu ist das Projekt „Pack den Führerschein", das es Besuchern mit Darlehen ermöglicht, den Führerschein zu machen. Ziel sind verbesserte Chancen bei der Arbeitsplatzsuche, erläutert
Eber-Huber.
Benötigt wird ein Lagerraum für Möbel aus Wohnungsauflösungen, die bei Bedarf an Besucher weitergegeben werden. Das frühere Lager ist baufällig und gesperrt.
Gesucht werden auch Spender und Paten. 2010 habe man auf Rücklagen zurückgreifen müssen, berichtet Eber-Huber. Die seien inzwischen weitgehend aufgebraucht. Daher solle auch die Stadt Neustadt um
eine Reduzierung der Miete gebeten werden. (ann)
Forstleute unterstützen „LICHTBLICK“
Zentralstelle der Forstverwaltung übergibt Spende an die Neustadter Tagesbegegnungstätte.
(Neustadt) Die Zentralstelle der Forstverwaltung (ZdF) spendet den Erlös ihrer Weihnachtsfeier in diesem Jahr an die Neustadter Tagesbegenungsstätte "Lichtblick" die sich an Menschen in einer sozialen oder persönlichen Notlage richtet.
„Lichtblick - Ihr Engagement gegen Armut, soziale Kälte und Intoleranz“ - motiviert durch diesen Leitspruch der Einrichtung übergaben am Dienstag, 08.02.2011 Mitarbeiter der ZdF im Beisein ihres Behördenleiters, Dr. Hermann Bolz bei einem Besuch eine Belegschaftsspende von 530 € an Hans Eber-Huber, den Leiter von „Lichtblick“ und an Dekan Armin Jung, dessen protestantisches Dekanat Neustadt die Trägerschaft innehat.
Mit ihren Spenden wollen die Beschäftigten der Zentralstelle der Forstverwaltung, die als landesweit zuständige obere Forst- und Jagdbehörde seit 2008 im Quartier Hornbach angesiedelt ist, einen Beitrag zur Verbesserung der Verhältnisse in Neustadt leisten. Die Entscheidung, wem der diesjährige Überschuss zufließen sollte, wurde in Absprache zwischen der Dienststellenleitung und dem Personalrat gefällt.
Leiter Hans Eber-Huber und Dekan Armin Jung wiesen darauf hin, dass die Sach- und Betriebskosten von „Lichtblick“ und der verschiedenen Projekte selbst erwirtschaftet oder durch Spenden gedeckt werden müssen. Angesichts der zahlreichen Anforderungen, die sich im Wandel der sozialen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen immer wieder neu ergeben, zeigten sich beide daher sehr erfreut über die finanzielle Zuwendung. Als jüngstes Vorhaben, das im Frühjahr starten soll, stellte Eber-Huber einen Handwerker-Pool vor, in dem Handwerksbetriebe und fachkundige Rentner nachgewiesenermaßen bedürftige Wohnungsinhaber ehrenamtlich unterstützen, wenn z.B. Haushaltsgeräte zu installieren oder zu reparieren sind.
Dr. Hermann Bolz als Leiter der Zentralstelle der Forstverwaltung zeigte sich erfreut darüber, dass seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit solchen Aktionen quasi über den „forstlichen Tellerrand“ hinausblicken und sich Gedanken nicht nur um die natürliche Umwelt und den Wald als ihr Arbeits-
gebiet, sondern auch über ihre soziale Umgebung und ihre Mitmenschen machen. Schließlich ermögliche der Einblick in die Situation und die Schicksale bei „Lichtblick“ auch, sich über seine eigene Situation und den persönlichen Status bewusst zu werden.
Jenny Vogel und Jürgen Thielen als Vertreter der Mitarbeiterschaft der ZdF bezeichneten die Einrichtung „Lichtblick“ als einen echten Lichtblick im Sinne eines menschenwürdigen Lebens und sozialen Miteinanders und wünschten der Tagesbegegnungstätte bei allen weiteren Vorhaben viel Erfolg und breite Unterstützung.
Nachdem im letzten Jahr der „Förderverein Gedenkstätte für NS-Opfer e.V.“ mit einer Geldspende bedacht worden war, äußerte Personalratsvorsitzender Thielen zudem die Aussicht und Hoffnung, auch in den kommenden Jahren mit der Unterstützung sinnvoller Projekte durch die Zentralstelle der Forstverwaltung eine positive Zeitreihe bilden zu können.